Rundbrief Nr. 14/26
Appell der Fachkommission QS DEK (Dekubitusprophylaxe) zur Verbesserung der Dokumentationsqualität
Sehr geehrte Damen und Herren,
die Fachkommission des Verfahrens QS DEK hat eine Auswertung der Ergebnisse der letzten fünf Jahre im QI 52010 "Alle Patienten mit mindestens einem stationär erworbenen. Dekubitalulcus Grad/Kategorie 4" vorgenommen.
Hierbei wurde deutlich, dass Dokumentationsfehler einen Großteil der Anfragen im Stellungnahmeverfahren ausmachen.
Teils ist die Dokumentation lückenhaft, was dazu führt, dass die Fachkommission den Verlauf nicht nachvollziehen kann (vgl. Abb. 1 in der Anlage). Dies kann eine Bewertung mit A72 Keine (ausreichend erklärenden) Gründe für die rechnerische Auffälligkeit benannt (qualitativ auffällig) nach sich ziehen.
Bei etwa einem Viertel der in den Stellungnahmen vorgestellten Fälle handelt es sich um eine falsche Dokumentation (s. Abb. 2). Dies betrifft Fehlkodierungen bei Aufnahme wie: Dekubitus Grad 4 bereits vorhanden sowie die fehlerhafte Einschätzung der Hautsituation bzw. der Ursache der Hautveränderung: Gluteal Abszess, Malum perforans, Hämatom mit Hautabschürfung, Nekrosen nach hochdosiertem Katecholamin etc.
Die Dokumentationsfehler und lückenhafte Dokumentation machten in den letzten fünf Jahren bis zu 80 % der Stellungnahme-Anfragen beim Dekubitus 4° aus (s. Abb.3).
Das Ergebnis nimmt die Fachkommission zum Anlass, einen Appell an alle Leistungserbringer zu richten.
- Bitte weisen Sie Ihre Mitarbeitenden auf die Notwendigkeit einer korrekten und vollständigen Dokumentation
- Achten Sie auf eine gute Dokumentation des Hautzustands bei Aufnahme.
- Führen Sie regelmäßig verpflichtende Mitarbeiterschulungen zur Risikoeinschätzung, Prophylaxe, Einschätzung des Dekubitus-Grades und Pflege bei Dekubitus durch.
- Führen Sie bei allen Patient:innen eine Risikoeinschätzung für die Entstehung eines Dekubitus durch. Dokumentieren Sie dies.
- Ziehen Sie das Wundmanagement rechtzeitig hinzu.
- Bearbeiten Sie schon unterjährig die auffälligen Fälle (interne PEER-Reviews) und schließen Sie die Dokumentation zeitnah
Ohne falsche Dokumentation (falsche Gradeinteilung, Fehldiagnosen etc.) können etwa 25 % der Anfragen zum QI 52010 vermieden werden (vgl. Abb. 4).
Die Fachkommission DEK hofft, durch diese Information einen Anstoß zur internen Analyse der Dokumentationsqualität im Verfahren QS DEK und zur Ableitung von Maßnahmen zu geben.
Für Rückfragen stehen wir Ihnen jederzeit gern zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen
Andrea Gräff
Referentin der Landesgeschäftsstelle